Ursprung & Entwicklung

Die systemische Aufstellungsarbeit wurde in den 1980er-Jahren von Bert Hellinger entwickelt. Ursprünglich im familiären Kontext eingesetzt, wurde sie durch Gunthard Weber gezielt für Organisationen weiterentwickelt und durch Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd methodisch formalisiert (Systemische Strukturaufstellungen, SySt).

Im Kern arbeitet die Methode mit drei Grundprinzipien, die in jedem System gelten — ob Familie, Unternehmen oder Organisation:

Zugehörigkeit

Wer gehört zum System? Jede Organisation hat Mitglieder, die dazugehören — auch solche, die nicht mehr da sind. Wird jemand übergangen oder ausgeschlossen, entstehen Spannungen, die das gesamte System belasten.

Ordnung

Ist die Hierarchie klar? Wer war zuerst da, wer trägt welche Verantwortung? Wenn Rangfolgen verletzt werden — etwa wenn ein neuer Geschäftsführer die Leistung seiner Vorgänger ignoriert — reagiert das System mit Widerstand.

Ausgleich

Wird Leistung anerkannt? In jedem System braucht es ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen. Wenn Beiträge nicht gewürdigt werden oder Lasten ungleich verteilt sind, entstehen Konflikte — oft verdeckt, aber mit realen Auswirkungen.

Wie es funktioniert

Eine Aufstellung folgt einem klaren, strukturierten Ablauf in vier Schritten.

Fragestellung

Sie formulieren ein konkretes Anliegen — eine Entscheidung, einen Konflikt, eine Blockade. Je präziser die Frage, desto klarer die Ergebnisse.

Aufstellung

Stellvertreter werden im Raum positioniert. Durch ihre räumliche Anordnung werden Systemdynamiken sichtbar, die in Gesprächen verborgen bleiben.

Erkenntnis

Verborgene Muster zeigen sich: Loyalitäten, die binden. Ausschlüsse, die belasten. Rangverletzungen, die Widerstand erzeugen. Das Wesentliche wird sichtbar.

Lösungsbild

Eine neue Ordnung entsteht. Handlungsoptionen werden klar. Sie verlassen die Aufstellung mit einem konkreten Bild davon, was sich verändern muss.

Wissenschaftliche Evidenz

Die systemische Aufstellungsarbeit hält wissenschaftlicher Überprüfung stand. Die relevantesten Forschungsergebnisse:

Heidelberger Studie (RCT)

Die weltweit erste randomisiert-kontrollierte Studie zur Aufstellungsarbeit. 208 Teilnehmer. Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Durchgeführt am Universitätsklinikum Heidelberg (2009-2013). Ergebnis: Statistisch signifikante Verbesserungen des psychischen Wohlbefindens.

Meta-Analyse: 11 von 14 Studien positiv

In einer systematischen Auswertung von 14 Studien zur Aufstellungsarbeit zeigten 11 Studien statistisch signifikante Verbesserungen bei den Teilnehmern. Die Evidenzlage ist klar und wachsend.

Schlötter-Studie (Uni Witten/Herdecke)

250 Teilnehmer. Peter Schlötter wies eine bemerkenswert hohe Übereinstimmung in der Interpretation von Aufstellungsbildern nach — unabhängig davon, ob die Teilnehmer vorab Informationen über das System hatten.

Die Methode hält wissenschaftlicher Überprüfung stand. Die Forschungslage ist noch jung, aber die vorliegenden Ergebnisse sind konsistent und belastbar.

Häufig gestellte Fragen

Direkte Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Nein. Systemische Aufstellungsarbeit ist ein pragmatisches Werkzeug, keine Glaubenssache. Die Methode wird von Unternehmensberatungen wie cidpartners eingesetzt, ist durch RCT-Studien evidenzbasiert belegt und folgt einer klaren, nachvollziehbaren Systematik. Sie arbeitet mit dem, was sich im Raum zeigt — nicht mit Interpretation oder Spekulation.

Die eigentliche Aufstellung dauert in der Regel 2 bis 3 Stunden. Rechnen Sie mit einem vollen Tag, wenn die Kontextklärung und das Nachgespräch einbezogen werden. Bei Organisationsaufstellungen im Unternehmenskontext kann die Vorbereitung zusätzliche Zeit erfordern.

Nein. Es gibt ein sogenanntes VIP-Format, bei dem nur die Fragestellung zählt — nicht die Hintergrundgeschichte. Sie behalten die volle Kontrolle darüber, was Sie teilen. Das ist besonders für Führungskräfte und Unternehmer relevant, die Vertraulichkeit voraussetzen.

Eigene Aufstellung im Gruppenseminar: 250 Euro. Teilnahme als Stellvertreter: 50 Euro. Für VIP-Aufstellungen (Einzelsetting, maximale Vertraulichkeit) erstelle ich ein individuelles Angebot auf Anfrage.

Ja. Die Heidelberger Studie (2009-2013) war die weltweit erste randomisiert-kontrollierte Studie zur Aufstellungsarbeit, gefördert von der DFG und durchgeführt am Universitätsklinikum Heidelberg. 11 von 14 ausgewerteten Studien zeigen signifikante Verbesserungen. Die Schlötter-Studie an der Universität Witten/Herdecke bestätigt die Reliabilität der Methode mit 250 Teilnehmern.

Erleben Sie die Methode selbst

Ob als eigene Aufstellung oder als Beobachter in der Gruppe — der beste Zugang zur Methode ist die direkte Erfahrung.

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